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Springkraut in der Naturschmackhafter Zuwanderer
Das indische Springkraut

Momentan sind die Schlagworte der Nachrichten: Zuwanderer, Einwanderer ...
In der Pflanzenwelt ist der Wandel Naturgesetz.
Noch im 18. Jahrhundert galt das Gänseblümchen als gefährlicher Zuwanderer und wäre beinahe ausgerottet worden. Heute wissen wir das Gänseblümchen nicht nur hübsch, sondern auch als Heilpflanze wertvoll ist (dazu ein anderes Mal mehr).
Doch gibt es auch in der Botanik sehr verschiedene Ansichten, wie wir mit den pflanzlichen Zuwanderern umgehen sollten. Verdrängen sie wirklich einheimische Pflanzen und Tiere oder bereichern sie den Gabentisch für Tier und Mensch? Oder gleicht die Natur mit ihnen sogar ein Ungleichgewicht aus?
Ich möchte mich heute einem der Bekanntesten Vertreter der Neophyten widmen. Neophyten werden die Pflanzen, die sich in Gebieten ansiedeln, in denen sie zuvor nicht heimisch waren genannt.

Das indische Springkraut

andere volkstümlicher Name: drüsige Springkraut, Polizisten-Helm
Einjährige Pflanze, 50-200 cm hoch, mit oben verzweigtem, bis 5 cm dickem Stängel, rosa- lila blühend
wissenschaftlicher Name: Impatiens glandulifera

Der Gattungsname „Impatiens“ kommt von Ungeduld (vgl.englisch impatient = ungeduldig)
In der Bach Blüten Therapie werden diese Pflanzen gegen Ungeduld, Nervosität und Reizbarkeit eingesetzt.

Was entspricht mehr unserem momentanen Zeitgeist als diese Pflanze?
Zugegeben: Ich war erst auch nicht begeister, als das indische Springkraut immer mehr unser Grundstück besiedelte. Dann habe ich mich näher mit diesen imposanten, weithin sichtbaren Blüten beschäftigt.
Insekten lieben SpringkrautDie Insekten lieben die Blüten und man könnte stundenlang der Geschäftigkeit an den duftenden Blütenkelchen zuschauen. Der Ethnobothaniker Wolf-Dieter Storl schwärmt von duftenden Gondeln.
Gerade im August/ September bis Oktober können wir die Pflanze für uns nutzen.
So halte ich es mittlerweile mit dem indischen Springkraut, wie mit dem bei vielen Gärtnern unbeliebten Giersch. Aufessen ist das beste Mittel, um die Pflanze in einem verträglich Maß im Garten zu haben!
essbar: Blüten und Samen
Ernte: August/ September/ Oktober

Die Ungeduld der Springkräuter, zeigt sich faszinierend in der Beschaffenheit und Funktion ihrer Samenkapseln. Ab August kann man sie gut beobachten, denn nun bilden sich die Samenkapseln aus. Zunächst nur schlanke, zarte Schoten. Drückt man am Stängel-Ansatz fest drauf, geben sie bereits jetzt hellgrüne Samen frei, welche essbar sind. Später schwellen die Samenkapseln an und bereits ein kleiner Windstoß genügt, und explosionsartig gibt die Samen-Schote ( bis zu 7m weit!) ihre Fracht frei. Das erklärt die schnelle Ausbreitung der Pflanze.
Gerade mit Kindern kann es großen Spaß machen, sich vorsichtig an die Samenkapsel heranzupirschen, um mit geöffneten Mund vor dieser, nach einem kleinen Schupps die nun bereits schwarzen ausgereiften Samen in Empfang zu nehmen. Die Samen haben in hellem, sowie dunklem Stadium einen nussigen Geschmack.
Auch die schönen rosa bis lilafarbenen Blüten sind essbar. Sie machen Salate Suppen, Desserts farbenfroh und können auch in Form von Sirup Duft und Farbe in unsere Speisen bringen.


noch junge Samenkapsel vom SpringkrautErnte: Um die Samen zu ernten, hat sich folgende Vorgehensweise bewährt: Eine Butterbrot- Papiertüte oder ein Glas um die Samenkapsel halten und dann die Samenkapsel leicht berühren. So platzt sie auf und die Samen springen in Tüte oder das Glas. Meist jedoch auch die aufgerollte Samenkapsel mit, deshalb nehme ich nachher noch ein großmaschiges Sieb um nur die Samen auszusortieren. Getrocknet lassen sich diese dann gut bis zur nächsten Saison trocken, luftdicht und dunkel in einer Dose oder einem Glas aufbewahren.

Erste Hilfe bei Insektenstichen:
Des Saft oder Pflanzenbrei des Springkrauts wirkt entzündungshemmend. Also die Pflanze etwas zerdrücken bis der schleimige, entzündungshemmende Saft austritt. Diesen auf den Stich auftragen- et voilá: die Naturapotheke hilft gratis!

Wir können so viel von der Natur lernen!
Also nicht schwarz weiß denken, auch der Zuwanderer Indisches Springkraut bereichert unser Leben! Die Pflanze verbraucht viel Stickstoff und wird wohl aus so unsere oftmals überdüngte Landschaft ausgleichen und sich von allein zurückziehen, wenn die Balance hergestellt ist.
Die Natur heilt sich selbst. Bleiben wir offen und folgen unserem Herzen!

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Rezept- Tipp:

Topping- Lustige geröstete Springkrautsamen

Springkrautsamen mit aufgebrochener Kapsel

ab September/ Oktober sind die dicken Samenschoten des indischen Springkrautes
erntereif (Weiteres zur Ernte siehe links)
Um die Samen als Topping für Salat, Suppen oder sonstige Speisen zu verwenden, röste ich die gewünschte Menge kurz vor dem servieren in einer Pfanne ohne Fett.
Achtung! Das geht schnell, denn sofort springen die Samen wie lustige Flöhe und duften nussig- also dabei bleiben.
Auch ungeröstet schmecken die Samen!
 

Blüten zur Weiterverwendung als Gelee oder Sirup
Ab August die Blüten sammeln, in ein Glas füllen und mit Apfelsaft begießen. Am Fenster
abgedeckt einige Stunden ziehen lassen, damit Duft und Farbe in den Saft übergehen.
Nun kann der Auszug durchgesiebt zu Gelee oder Sirup weiterverarbeitet werden.
Auch die Blüten schmecken roh. Achtung es verstecken sich gern Insekten darin.  

Info zum Ausdrucken hier

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